Diese Parole ist mir seit den frühen Gymnasialtagen bekannt und geläufig. Auch später, in der Friedensbewegung rund um den Nato-Doppelbeschluss und die Stationierung von Pershing II in Deutschland war diese Parole gängig. Wirklich Konjunktur bekommt sie nun unter Donald Trump, der wie ein arger Rüpel nicht nur jegliche Diplomatie, sondern auch jeglichen Anstand und das, was man gute Kinderstube nennt, vermissen lässt. Das allein wäre zwar bedenklich, aber nicht tragisch. Tragisch ist, dass die Mehrheit der Republikaner und deren Klientelen diesen Regierungsstil nicht nur tolerieren, sondern auch stützen. Und noch tragischer ist, dass es nicht nur um schlechte Kinderstube und rüpelhaftes Benehmen eines Präsidenten geht, sondern dass dieser aus purem Eigeninteresse (Donald first, U.S.A. second - at last the rest of the world) den Weltfrieden destabilisiert, den Welthandel beschädigt und interventionsitische Politik betreibt.

Es ist an der Zeit, dass sich Europa von den U.S.A. emanzipiert und erkennt, dass der ehemalige Verbündeten allmählich aber zügig zu einem der gefährlichsten Gegner mutiert.

Vielleicht wäre es, trotz aller auch wirtschaftlicher Nachteile, erforderlich, dass man die U.S.A. mit der Option konfrontiert, mittelfristig sämtliche U.S. Militärbasen in Deutschland und ggf. darüber hinaus in weiteren EU Mitgliedsstaaten aufzulassen. Das würde aber voraussetzen, dass die EU militärisch selbstbewusster wird und tatsächlich einen wirksamen Schutz seiner Mitglieder garantieren kann.

Nachdem Donald Trump die Nato ebenfalls untergriffig kritisiert hat und zu destabilisieren versucht, sollte man überlegen, ob man nicht auch hier Druck auf die U.S.A. unter Führung Donald Trumps ausüben und Trump ein Moratorium der Mitgliedschaft in der NATO nahelegen könnte. Je großer dieser Druck, desto größer der Druck der Militärs und Republikaner auf Donald Trump. Der ehemalige Chef der US-Army in Europa, General Hodges, äußerte sich gegenüber der Deutschen Welle am 17.7.2018 unmissverständlich.

Das alles würde Opfer verlangen. Aber langfristig wird es den Frieden in Europa und den wirtschaftlichen Wohlstand eher sichern. Das ist besser, als sich allmählich zu Vasallenstaaten eines "America first" demontieren zu lassen.

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