Früher konnte ich eine Arbeit, das Schreiben an einem Buch, einem Essay, einem Gutachten unterbrechen, auch für Tage und ich konnte meistens immer nahtlos anschließen, wenn ich das Schreiben wieder aufnahm.
Ganz anders heute - und es wird von Jahr zu Jahr ärger. Selbst Briefe schreiben darf ich nicht mehr unterbrechen, sofern der Bruch den Leser, die Leserin nicht irritieren soll.
Es vergeht kaum ein Tag an dem nicht von eingeschleppten, nicht heimischen Insekten, Tieren und Pflanzen berichtet wird. Man liest von Invasionen und Bedrohung heimischer Arten. Eingeschleppt werde diese durch globlisierte Lieferketten als blinde Passagiere im Beipack von Produkten, wie Bananenschac...
Es war wieder einer dieser verschachtelten Träume. Im Rahmen-Traum musste ich mich dafür rechtfertigen, jemanden der Korruption und Beihilfe zum Mord beschuldigt zu haben. Ich verwies auf Vorgänge, deren Zeuge ich gewesen war. Dabei handelte es sich um frühere Träume, die hier geschildert und teilwe...
Es war schon dämmrig und es fiel mir schwer, den Text auf einem Zettel zu lesen. Ich beugte mich vor, um den am Gartentisch auf unserer Terrasse liegenden Wortlaut einer Nachricht lesen zu können. Meine Brille hatte ich nicht auf. Ich war sehr konzentriert. Eine Bewegung links von mir lenkte mich ab...
Gerate ich unter Druck, auf den ich nur mit Unterwerfung antworten kann, dann schwanke ich zwischen Fassungslosigkeit, Ärger und mitunter auch Wut.
Schmerz fährt in die Hände
nachts
das Auge färbt sich blutig
für Wochen
altersgemäß sagen die Ärzte
einfallslos
— Conrad Lienhardt
Am Festtag der hl Lucia findet sich im liturgischen Kalender eine Sequenz aus dem Matthäus-Evangelium (Mt. 25, 1-13). Es geht um das Gleichnis der zehn Jungfrauen, die ihrem Bräutigam entgegengehen sollen. Während fünf von ihnen vergaßen, Öl für ihre Lampen mitzunehmen, hatten die „klugen” Jungfraue...
Meine Hemden trage ich, bis der Stoff an Stellen dünn und durchscheinend wird, bis er fadenscheinig ist. Bis dahin haben sie schon einen Weg hinter sich: vom Ausgehhemd, über das Tragen zu Hause und schließlich als Arbeitshemd im Garten oder bei Handarbeiten. Dann erst nehme Hemden aus meiner Garder...
Zunehmend häufen sich Erfahrungen, die die Feststellung Nilas Luhmanns bestätigen:
Luhmann, Niklas (1988): „Wie ist Bewußtsein an Kommunikation beteiligt?“, in: Hans Ulrich Gumbrecht / K. Ludwig Pfeiffer...
Legt man einen toten Käfer
behutsam in eine Wasserschale
trägt ihn das Wasser unaufgeregt
und die Schale wird zur Barke.
Ich spürte eine innere Flattrigkeit, als stünde ich unter Strom, was sich zu einem Vibrieren steigerte, das in immer pochenderen Wellen durch meinen Körper zog. Es hörte nicht auf, wollte einfach nicht aufhören. Hitzig war ich, als hätte ich Fieber, ohne Fieber zu haben. Mein Herzschlag beschleunigt...
Ich hatte immer schon Angst
vor der Intensität des Lebens,
es intensiv nur leben zu können.
Stolz strahlen die Männer.
Sie haben einen Weltrekord gebrochen
und einen sehr großen, alten Wels getötet.
Er wird wohl wenig schmackhaft sein,
aber es ging um Sportangeln.
Bald werden Sportschützen Menschen
auf öffentlichen Plätzen erschießen.
Einem gezielten,
tief gesetzten Schlag
wird eilig ein
cui bono nachgeworfen,
um den Gegenschlag abzuwehren.
Was für feige, selbstgefällige
Arschlöcher
oder: Von Schurken und schlauen Füchsen
Noch gestern galt der als Schurke, der sich durch Gesetzesbruch und Regelimmunität Vorteile verschaffte, zum Nachteil anderer, der Gesellschaft und des Gemeinwohls.
Doch heute gewinnt der Schurke Ansehen,
mutiert zum schlauen Fuchs,
der das System erfol...
Ein bestimmter Geruch für einen Bruchteil eines Augenblicks reicht aus, um Erinnerungen bei mir wachzurufen. Das passiert oft völlig unvermittelt. Ich liebe das.
In letzter Zeit geschieht es aber, dass mich Flashes nicht nur an Erlebtes erinnern, sondern an Tagträume in bestimmten Erlebnissituatio...
Menschen werden mir zunehmend fremder.
Eigentlich meine ich Leute,
denn den Menschen in Menschen erkenne ich oft nicht mehr.
Mit vielen von ihnen möchte ich nichts zu tun haben.
Sie verschlingen die Welt.
Menschen werden mir zunehmend fremder.
Manchmal denke ich, dass ich sie nicht besser verstehe,
als die Katze meiner Nachbarin.
© 2026 von Dr. Conrad Lienhardt
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