Früher konnte ich eine Arbeit, das Schreiben an einem Buch, einem Essay, einem Gutachten unterbrechen, auch für Tage und ich konnte meistens immer nahtlos anschließen, wenn ich das Schreiben wieder aufnahm.

Ganz anders heute - und es wird von Jahr zu Jahr ärger. Selbst Briefe schreiben darf ich nicht mehr unterbrechen, sofern der Bruch den Leser, die Leserin nicht irritieren soll.

Ich muss die Fäden oft mühsam wieder zusammensuchen, viel Zeit dafür aufbringen. Und dazu frage ich mich immer wieder, warum ich das überhaupt schreiben soll, was mich dazu bringt, motiviert, treibt und wen es interessieren sollte. Das erleichtert es nicht gerade.

Wenn ich etwas schreibe muss es also in einem fort geschehen, in einem Zug, abgeschirmt von Ablenkungen. Das aber ist bei größeren Schreibvorhaben selbst eine Herausforderung.

Dabei ist im Alter gerade das Unterbrechen zu einer auffälligen Marotte geworden. Unterbrechen, um ein Abschließen, ein Beenden hinauszuschieben.

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