Sudelbuch

Prolos sind überwiegend äußerst unangenehme Zeitgenossen. Prolos finden sich in allen gesellschaftlichen Schichten, weswegen ich den Ausdruck "Prolet" nicht so gerne verwende, denn selbst sogenannte Akademiker erweisen sich hin und wieder als ausgemachte Prolos. Tragisch ist, dass viele Prolos in ih...

Gerate ich unter Druck, auf den ich nur mit Unterwerfung antworten kann, dann schwanke ich zwischen Fassungslosigkeit, Ärger und mitunter auch Wut.

Im Volksmund sagt man: dreimal umgezogen, einmal abgebrannt. Nun bin ich mit meinen Webseiten samt Domain umgezogen, nicht wirklich freiwillig.

Zwei Monate nach dem sich der Hosting-Vertrag automatisch verlängert hatte, kurz vor Weihnachten (16.12.), teilte mir easyname mit, dass die von meinen...

Schmerz fährt in die Hände
nachts
das Auge färbt sich blutig
für Wochen
altersgemäß sagen die Ärzte
einfallslos

— Conrad Lienhardt

Ist diese Frage wirklich so wichtig, um sich mit ihr auseinanderzusetzen? Ich bezweifle das stark, jedenfalls sofern damit Erlösung im religiösen Sinne von Erwählung zu ewigem Leben im Gegensatz zu ewiger Verdammnis gemeint ist. Schließlich bezieht sich das auf den Glauben an ein Weiterleben nach de...

Am Festtag der hl Lucia findet sich im liturgischen Kalender eine Sequenz aus dem Matthäus-Evangelium (Mt. 25, 1-13). Es geht um das Gleichnis der zehn Jungfrauen, die ihrem Bräutigam entgegengehen sollen. Während fünf von ihnen vergaßen, Öl für ihre Lampen mitzunehmen, hatten die „klugen” Jungfraue...

Meine Hemden trage ich, bis der Stoff an Stellen dünn und durchscheinend wird, bis er fadenscheinig ist. Bis dahin haben sie schon einen Weg hinter sich: vom Ausgehhemd, über das Tragen zu Hause und schließlich als Arbeitshemd im Garten oder bei Handarbeiten. Dann erst nehme Hemden aus meiner Garder...

Zunehmend häufen sich Erfahrungen, die die Feststellung Nilas Luhmanns bestätigen:

Luhmann, Niklas (1988): „Wie ist Bewußtsein an Kommunikation beteiligt?“, in: Hans Ulrich Gumbrecht / K. Ludwig Pfeiffer...

Legt man einen toten Käfer
behutsam in eine Wasserschale
trägt ihn das Wasser unaufgeregt
und die Schale wird zur Barke.

Ich spürte eine innere Flattrigkeit, als stünde ich unter Strom, was sich zu einem Vibrieren steigerte, das in immer pochenderen Wellen durch meinen Körper zog. Es hörte nicht auf, wollte einfach nicht aufhören. Hitzig war ich, als hätte ich Fieber, ohne Fieber zu haben. Mein Herzschlag beschleunigt...

Ich hatte immer schon Angst
vor der Intensität des Lebens,
es intensiv nur leben zu können.

Stolz strahlen die Männer.
Sie haben einen Weltrekord gebrochen
und einen sehr großen, alten Wels getötet.
Er wird wohl wenig schmackhaft sein,
aber es ging um Sportangeln.

Bald werden Sportschützen Menschen
auf öffentlichen Plätzen erschießen.

Einem gezielten,
tief gesetzten Schlag
wird eilig ein
cui bono nachgeworfen,
um den Gegenschlag abzuwehren.

Was für feige, selbstgefällige
Arschlöcher


cui bono, lat., Bedeutung: Wem nützt es
Arschlöcher, dt. Pl., umgangssprachlich, Bedeutung: podices

oder: Von Schurken und schlauen Füchsen

Noch gestern galt der als Schurke, der sich durch Gesetzesbruch und Regelimmunität Vorteile verschaffte, zum Nachteil anderer, der Gesellschaft und des Gemeinwohls.

Doch heute gewinnt der Schurke Ansehen,
mutiert zum schlauen Fuchs,
der das System erfol...

Umschichtung bei Anstands

Anstand meint inzwischen eher den Ansitz, auf dem Jäger
auf ihre Beute warten, wo sie aus der Deckung heraus,
gut getarnt mit überlegenen Mitteln
anlegen und schießen.

Anstand als ein moralisches Verhalten, verdrängt
von Disruption und Rückkehr zum Prinzip...

Menschen werden mir zunehmend fremder.
Eigentlich meine ich Leute,
denn den Menschen in Menschen erkenne ich oft nicht mehr.
Mit vielen von ihnen möchte ich nichts zu tun haben.
Sie verschlingen die Welt.

Menschen werden mir zunehmend fremder.
Manchmal denke ich, dass ich sie nicht besser verstehe,
als die Katze meiner Nachbarin.

Es ist viele Jahr her. Es war 1988. Mein Freund, Gerwald Sonnberger und ich waren einige Male in Budapest. Wir hatten uns vorgenommen, eine Ausgabe der Literaturzeitschrift LANDSTRICH mit kritischen ungarischen Autoren herauszubringen, gemeinsam mit Péter Balassa, Lázlo F. Földényi und Péter Rácz, d...

Ich saß am Beifahrersitz eines am Straßenrand in einer Seitengasse einer Stadt parkenden Autos. Das Fenster war heruntergekurbelt. Es war ein warmer, angenehmer Tag. Am Bürgersteig entlang kam ein bayerischer Polizist in kurzem Hemd und an einer Leine führte er ein Rentier. Ich meinte zu den andere...

Seit meiner Kindheit habe ich eine sehr entspannte Einstellung zum Tod. Er ist wie ein vertrauter Begleiter, ein stiller Freund. Beim Einschlafen hatte ich noch als Jugendlicher manchmal die Vorstellung in seinen Armen einzuschlafen und von ihm beschützt zu sein.

Aber vorm Sterben hatte ich immer...