Im Volksmund sagt man: dreimal umgezogen, einmal abgebrannt. Nun bin ich mit meinen Webseiten samt Domain umgezogen, nicht wirklich freiwillig.
Zwei Monate nach dem sich der Hosting-Vertrag automatisch verlängert hatte, kurz vor Weihnachten (16.12.), teilte mir easyname mit, dass die von meinen Blogs genutzte und seit 2020 veraltete PHP 7.3 Version nicht mehr unterstützt würde und ich nun zwischen zwei Möglichkeiten zu wählen hätte: Auf PHP 8.2 zu gehen oder für den sogenannten PHP Extended Service monatlich zusätzlich 8,99 Euro zu bezahlen, was bedeuten würde, dass sich meine Kosten von 64,50 Euro in Summe auf 172,38 Euro erhöhen würden, also um 166 Prozent. Eine andere Alternative wurde mir nicht genannt. Die Entscheidung hätte ich bis zum 26.1.2026 zu treffen.
Ich hätte es verstanden, wenn man mir das zwei Monate vor Ablauf meines Hosting-Vertrags mitgeteilt hätte, nicht zwei Monate danach, zumal es für dieses kurzfristige Ultimatum über die Feiertag und den Jahreswechsel keine zwingenden sicherheitstechnischen Handlungserfordernisse gegeben haben dürfte. Man hätte das kundenverträglicher kommunizieren und handhaben können. So hat das ein sehr unangenehmes „Geschmäckle’ und lässt Bedenken zur Geschäftspraxis aufkommen, jedenfalls zur Qualität des Kundenbeziehungsmanagements.
Meine Blog-Software läuft leider nicht auf PHP 8.+ (sonst hätte ich längst ein Upgrade der PHP Version durchgeführt). Ich müsste also binnen weniger Werktage jemanden finden, der durch zeitaufwendige Programmkorrektur die Blogs bei PHP 8.+ lauffähig erhält. Das würde beachtiche Kosten verursachen und zudem das sehr sichere Blogsystem unsicher machen. Wollte ich stattdessen auf ein anderes Blog-System umsteigen, so müsste ich erst ein geeignetes finden und dann die sechs Blogs mit sehr vielen, teils umfangreichen Einträgen migrieren. Dabei müsste sichergestellt werden, dass die Webadressen der einzelnen Beiträge erhalten bleiben, da ansonsten die vielen gut platzierten Google Links wertlos würden und damit viel SEO Arbeit umsonst geleistet worden wäre. Ich müsste wieder von vorne anfangen. Auch für diesen Fall stünden für die Suche und Entscheidung für ein alternative Blog-System, die Einrichtung, Migration der Daten und Entwicklung eines Webdesigns nur wenige Werktage zur Verfügung.
Nun bin ich seit gut zehn Jahren Stammkunde bei easyname. Was die Preispolitik angeht, hatte es wiederholt geholpert, weshalb ich diesmal nicht so einfach mitmachen wollte. Ich bat um Auskunft zur Rechtsgrundlage. In der Antwort verwies man auf einen Copy-Past eingefügten Abschnitt aus einer nicht näher spezifizierten AGB. Als ich darum bat, mir eine Kopie des Vertrags samt zum Vertragsschluss gültiger AGB zuzuschicken und mir Auskunft über die Art meiner Zustimmung für den Fall einer Überarbeiteten AGB zu geben, erreichte mich postwendend eine Kündigung.
Die Kündigung hatte es in sich. Diese sollte mit Ende der Vertragslaufzeit wirksam werden. Gut; ich hatte für diese Dauer auch bereits bezahlt. Was aber wirklich krass war, dass mit gleichen Schreiben auch meine Domain gekündigt wurde. Diese stand jedoch für 4.1.2026 zu Verlängerung an, die eigentlich automatisch seitens des Webhosters erfolgen sollte. Im Zeitraum von 19.12. bis 4.1. müsste ich für die Domain einen neuen Hoster finden und den Domaintransfer durchführen. Nun muss man wissen, dass die Einleitung des Transfers mindestens 5 Werktage zuvor erfolgen sollte, also nach Möglichkeit bis zum 24. Dezember. Mit anderen Worten, mir blieben drei Werktage, um eine neue Bleibe für meine Domain zu finden und den Transfer einzuleiten. Das brachte meine gesamte Weihnachtsplanung durcheinander.
Nachdem Webhosting und Domain-Handling nicht zu meinem Tagesgeschäft gehören und mein letzter Umzug zehn Jahre zurück liegt, fühlte ich mich gefordert. Der hervorragende Kundenservice des Webhosters, wohin ich die Domain transferieren wollte, erleichterte mir einiges und klärte auch die Frage, wie ich künftig meine bis Oktober 2026 beim alten Hoster verbliebenen Blogs erreichen könne. Doch zunächst galt meine Sorge meinen E-Mails. Bei Behörden und Unternehmen waren diese hinterlegt. Zu Jahresende und zum Jahresanfang werden Rechnungen verschickt, Benachrichtigungen etc. Meine zwangsläufige Herausforderung: Wie kann ich sicherstellen, dass mich alle E-Mail weiterhin erreichen und nichts auf der Strecke bleibt, wie kann ich vermeiden, dass aus einer nicht zustellbaren elektronischen Rechnung Schaden für mich entstehen würde? Dazu muss man wissen, damit über die transferierte Domain wie gehabt die Postfächer und Webseiten beim alten Host adressiert werden können, müssen die sogenannten Nameserver-Einträge geändert werden. Das geschah am 24.12., an Heilig Abend 2025. Seither bin ich weder über die E-Mails der gekündigten Domain erreichbar, noch können meine Blogs aufgerufen werden. Wegen der Feiertage und dem daran anschließenden Wochenende, also über vier Kalendertage hinweg, war es mir nicht möglich, Auskunft und Support sowohl vom neuen wie vom alten Hoster zu bekommen.
Mit anderen Worten, über die Feiertage und das daran anschließende Wochenende konnten weder E-Mails zugestellt werden noch die Webseiten aufgerufen werden. Am Montag zeigte sich, dass bei easyname die DNS Einträge gelöscht wurden, weshalb die Nameserververbindung nicht funktionierte. Bei einem Anruf beim easyname Support erklärte man mir, dass es keinen Account Zugang ohne bei easyname registrierter Domain geben könne, da externe Verbindungen ausgeschlossen wären. Es brauchte Geduld, um den Vorgang zu erläutern. Nach Rückfrage wurde mir schließlich mitgeteilt, dass die DNS Einträge gelöscht worden waren, diese erst wiederhergestellt werden müssten, damit der Seitenzugang und der Zugang zum E-Mail Server wieder funktionierten. Es dauerte Stunden. Zu guter Letzt kam ich an eine freundliche und kompetente Mitarbeiterin im Kundenservice, die das innerhalb überschaubar kurzer Zeit wieder einrichtete und lauffähig machte. Sie war seit 16. Dezember der einzige Lichtblick bei easyname.
Ich bezeichne ein solches Verhalten von easyname gegenüber Kunden - unabhängig davon, dass ich Stammkunde bin - als ausgesprochen feindlich. Ich frage mich, wie es Kunden von easyname gehen mag, die gar keine Ahnung vom Webhosting haben, aber darauf vertrauten, dass die Einrichtung und das Betreiben eines eigenen Webauftritts einfach, wenn nicht gar simple seien. Sie hätten wohl oder übel die geforderten 107,88 EUR /a bezahlt.
Damit ich nicht missverstanden werde: Es geht mir weniger um die 107,88 Euro zusätzlich. Es geht mir um die Art und Weise, wie easyname das gehandhabt hat. Den gesamten Vorgang habe ich als äußerst schickanös und rücksichtslos erlebt. Das muss, sollte sich kein Kunde gefallen lassen.
© 2026 von Dr. Conrad Lienhardt
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