Es vergeht kaum ein Tag an dem nicht von eingeschleppten, nicht heimischen Insekten, Tieren und Pflanzen berichtet wird. Man liest von Invasionen und Bedrohung heimischer Arten. Eingeschleppt werde diese durch globlisierte Lieferketten als blinde Passagiere im Beipack von Produkten, wie Bananenschachteln. Andere werden gezielt im Online-Handel bestellt und dann später, wenn das Interesse verflogen ist, einfach im Klo hinuntergespült oder irgendwo draußen freigesetzt.
Als ich Ende der 1980er Jahre von Deutschland nach Österreich übersiedelte, durfte ich die Grenze mit meinem Umzugswagen nicht passieren. Es waren Topfpflanzen dabei. Man erklärte mir, dass ich Schnittblumen mitnehmen dürfte, aber keine Pflanzen in Erde. Ich musste umdrehen, und nolens volens diese Pflanzen „entsorgen”. Man wolle damit vermeiden, dass invasive Arten, aber eben auch Insekten etc. auf diese Weise nach Österreich eingeschleppt wurden. Damals wusste man offenbar die Gefahr eingeschleppter fremder Spezies kritischer zu bewerten als in den Jahrzehnten danach.
Womöglich sind es die Globalisierung der Lieferketten und des Handels, die ein Artensterben in unseren Breiten womöglich ebenso schnell und tiefgreifend voranbringen, als es Umweltverschmutzung bislang tat. Der Klimawandel kommt dem entgegen, das nun eingeschleppte Arten aus wärmeren Gefilden hier ideale Lebensbedingungen vorfinden, während heimische Arten ohnehin schon mit der Erwärmung und Trockenheit zu kämpfen haben und nun auch noch mit Fressfeinden und Nahrungskonkurrenten zurecht kommen müssen.
Dem Profitdenken ist das egal. Die Profite sind privat – die Folgen haben Natur und Menschen zu tragen.
© 2026 von Dr. Conrad Lienhardt
Wir verwenden nur technisch erforderliche Cookies. Mehr erfahren
Einige technisch notwendige Cookies sind für den Betrieb der Seite unerlässlich. Wenn Sie alle Cookies ablehnen, können wir Ihnen die Seite nicht korrekt anzeigen.
Möchten Sie stattdessen zu Google navigieren?