Sudelbuch

Leider habe ich den Traum erst spät aufgeschrieben, so dass ich die „Vorgeschichte” nicht mehr erinnere. Die Erinnerung setzt dort ein, wo ich jemandem nachgehe, der mir verdächtig schien. Warum und in welcher Hinsicht er verdächtig schien, war im Traum wohl weniger wichtig, weil ich mich daran nich...

Nachdem heute Nacht wieder jemand laut klopfte, während ich schlief und das in den letzten Monaten öfter passierte ohne dass das der Fall gewesen wäre, frage ich mich, was in meinem Unterbewusstsein vorgeht.

Was mich besonders beschäftigt, ist die Tatsache, dass das Klopfen immer energischer wird....

Nachdem heute Nacht wieder jemand laut klopfte, während ich schlief und das in den letzten Monaten öfter passierte, ohne dass das der Fall gewesen wäre, frage ich mich, was in meinem Unterbewusstsein vorgeht.

Was mich besonders beschäftigt, ist die Tatsache, dass das Klopfen immer energischer wird...

Heute Nacht besuchte mich
Aeneas.
Es wird Zeit,
Reisevorbereitungen zu treffen.

— Conrad Lienhardt

Das zitierte Buch endet mit folgendem Satz:

Es ist irritierend, wenn man auf Sätze stößt, die Eigenes auf den Punkt bringen.

Beim Lesen eines Gedichts von Jürgen Becker, das er in seinem Buch: Nachspielzeit. Sätze und Gedichte (2023) veröffentlichte, elektrisierte mich eine, im Grunde lapidare Verszeile:

Selbstbeschränkung kommt mir als erstes in den Sinn, denn es entla...

Kintsugi nennt man in Japan ein traditionelles Handwerk, gebrochenes Porzellan und Keramik zu reparieren. Kintsugi auf unser westliches Verständnis von Reparatur zu reduzieren, hieße Kintsugi missverstehen. Während in unserem Kulturkreis reparierte Objekte, besonders auch Keramik oder Porzellan den...

Heute Nacht besuchte mich
der Tod,
um mich mitzunehmen.
Auf halbem Weg hob er
den Kopf und meinte
er käme später wieder.

Ich kämpfte mich in Schmerzen
durch die Leichenstarre
zurück.

Conrad Lienhardt

Disruption scheint vielen ein ersehntes Mittel, um die Gesellschaft, die Wirtschaft, das eigene Unternehmen weiter voran zu bringen.

Dabei übersehen sie, dass die perfekte und finale Disruption der Tod ist. Disruption bringt das Gegenteil dessen, was man glaubt damit zu erreichen. Disruption ist l...

In einer geselligen Runde hören sie beiläufig Kritik an sich,
die sie nicht zu hören bekommen, wenn sie danach fragen.

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass einer Verrohung im Umgang miteinander die Verrohung der Sprache vorausgeht. Es wäre allerdings falsch zu glauben, die Verrohung der Sprache sei die Ursache für die allgemeine Verrohung und die zunehmende Gewalt in unseren Gesellschaften. Die Sprache ist b...

Immer haben nur fünf oder sechs das Ohr des Tyrannen, dem sie sich entweder von selbst genähert haben oder von dem sie herbeigerufen worden sind, um die Mitschuldigen seiner Grausamkeiten, die Gefährten seiner Vergnügungen, die Unterhändler seiner Wollüste und die Teilnehmer seiner Räubereien zu sein. Diese sechs richten ihr Oberhaupt so gut ab, dass es nicht nur auf eigene Rechnung böse ist, sondern sich auch noch zu allen Übeltaten dieser seiner Kreaturen vergesellschaftet.

Unfähigkeit bezieht sich auf Menschen, welche weder die Möglichkeiten noch die Mittel haben, um sich am Spiel des Marktes zu beteiligen, damit...

Hannah Arendts Einstellung zum „radikal Bösen” hat sich im Laufe der Jahre verändert.
In einem Brief an Gershom Scholem von 1963 meinte sie:

Ich bin in der Tat heute der Meinung, dass das Böse immer nur extrem ist, aber niemals radikal, es hat keine Tiefe, auch keine Dämonie. Es kann die ga...

Mit etwa zehn, elf Jahren hatte ich die Begabung bei mir festgestellt, in Träumen zu wissen, dass ich träume. Das faszinierte mich und ich kultivierte diese Begabung bis dahin, dass ich gewissermaßen rational in diesen Träumen agieren konnte, teils auch, um zu prüfen, ob ich mich nun in einem Traum...

Ich erwachte und fand mich im Dunkeln wieder, orientierungslos, und ich konnte mich nicht erinnern, wo ich war. Ich hörte Stimmen, viele Stimmen. Es waren wohl außer mir noch viele Menschen mit mir im Dunkeln. Ich war verwirrt, weil ich mir keinen Reim auf die Situation machen konnte.

Als ich mich...

Es ist gar nicht so einfach, einen Gemütszustand treffend in Worte zu fassen. Ich fühle mich seit Tagen „unruhig”. Das beschreibt es zwar, ist aber nicht spezifisch genug.

Ich erinnere mich an viele Situationen, in welchen ich unruhig war, aber es war immer anders, sei es beispielsweise, dass ich...