Es scheint, dass viele Menschen sehr schnell das Interesse an Gesprächen verlieren, vor allem, wenn Zuhören gefragt ist. Man hört dann aus Höflichkeit zu, vielleicht, denn auch mit dieser Höflichkeit im Gespräch hört es sich, gefühlt, schnell auf.

Aufmerksamkeit wird flüchtig. Gerade wenn man nicht in Botschaften spricht, nicht in unterhaltsamen Häppchen, wenn man Gedanken entwickelt und dabei vielleicht etwas ausholt, spürt man schnell diese nachlassende Aufmerksamkeit, eine innere Unruhe beim Gegenüber, so als wollte man ihn oder sie aufhalten, den Zug noch rechtzeitig zu erreichen. Also ist man selbst höflich und fasst sich kurz und – so möglich – unterhaltsam, wie man es von Messengern kennt, vom Kommunikationsverhalten in Sozialen Medien.

So wie Gespräche sich im Rückzug zunehmend zu inneren Monologen wandeln, bestenfalls zu Gesprächen in inneren Teams, werden häufig auch geschriebene Texte gewissermaßen zu Tagebucheinträgen, die gerade als veröffentlichte so unauffindbar bleiben und ungelesen, wie es bei privaten Tagebüchern in Zimmern, Nachlässen und Papiercontainern kaum der Fall wäre. Innere Monologe verschriftlichen sich zu ephemeren monologischen Texten.

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