Flegeljahre dauern immer länger. Das hört man auch von Erziehungswissenschaftlern. Manche scheinen kaum darüber hinaus zu kommen oder regredieren häufig dahin. Man trifft auf Flegel in fortgeschrittenem Alter und an durchaus sensiblen gesellschaftlichen Positionen. Zu denken wäre an flegelhaftes Verhalten von Harald Vilimsky, Johann Gudenus, Walter Rosenkranz und vieler anderer Gesinnungsgenossen. Das findet sich aber auch in anderen Parteien und mittlerweile quer durch alle Gesellschaftsschichten. Flegel haben Konjunktur.
Flegel, so werden Menschen genannt, "ohne Takt und Manieren, Lümmel" ⌕ Aufschlussreich ist die Entwicklung dieser Wortbedeutung: Bis ins 16. Jahrhundert bezeichnete Flegel bspw. einen Dreschflegel.
"Eindreschen" und "draufdreschen" meint wie "Beflegeln" das Eindreschen mit einem Dreschflegel. Mit dem Aufkommen der bürgerlichen Gesellschaft wurde dieses Eindreschen und Beflegeln als grob, ungehobelt sanktioniert. Flegelhaftes Verhalten wurde seit dem 16. Jahrhundert als Unterschichtphänomen wahrgenommen, als Verhalten von Leuten, die keine gute Erziehung erfahren haben, die keine Bildung besitzen und die sich entsprechend nicht angemessen verhalten können, die keine Manieren besitzen. Von daher liegt die Nähe von Flegeln und Pöbel nahe.
Donald Trump ist ein pöbelnder Flegel. Der Anschein, als seien Flegeleien nun gesellschaftsfähig geworden, täuscht. Sie werden nur ertragen. Pöbler sind nicht satisfaktionsfähig, um es etwas antiquiert auszudrücken. Es meint, es bringt nichts, sich mit Flegel und Pöblern auseinanderzusetzen. Es gilt immer noch: Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Wer will sich schon zum Pack gesellen?
© 2026 von Dr. Conrad Lienhardt
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