Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass einer Verrohung im Umgang miteinander die Verrohung der Sprache vorausgeht. Es wäre allerdings falsch zu glauben, die Verrohung der Sprache sei die Ursache für die allgemeine Verrohung und die zunehmende Gewalt in unseren Gesellschaften. Die Sprache ist bereits das erste Opfer der Verrohung.
Zu Sprachverwilderung kommt es durch abgestumpfte und moralisch verwilderte Menschen, die die Sprachfähigkeit in ihrer Differenziertheit verloren haben, die sich nicht mehr ausdrücken können und die sich daher immer gröberer sprachlicher Ausdrucksmittel bedienen, die glauben, sich mit immer gröberem Geschrei Gehör verschaffen zu können.
Wem eine so verwilderte Sprache nicht ausreicht, der wird häufig schnell gewalttätig. Sprachlosigkeit wird zu Hilflosigkeit und diese schlägt häufig in Gewalt um.
Der Volksmund sagt: Wer schreit hat unrecht. Wer Gewalt ausübt ist hilflos.
© 2026 von Dr. Conrad Lienhardt
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