Etwas neben der Spur, verunsichert, weil mir tags zuvor der PIN meiner Bankomatkarte entfallen war, nicht im Sinne von verlegt, sondern von gänzlich verloren, ging ich die Fußgängerzone entlang Richtung Straßenbahn. Jemand, das spürte ich, näherte sich mir von hinten, überholte mich auf meiner linken Seite, schaute mich an und sagte: Schöner Mantel. Es war ein junger, sportlich gekleideter Mann mit freundlichem Gesicht. Ich antwortete: Was steht an? Er darauf: Nichts, ich wollte Ihnen nur sagen, dass sie einen schönen Mantel tragen. Der Mantel ist abgetragen, immerhin trage ich ihn schon gut zwölf Jahre. Er ist gepflegt, aber alles nicht der Rede wert. Bevor ich mir überlegen konnte, wie ich darauf reagieren sollte, war der Mann schon einige Schritte vor mir, schien mich und seine Bemerkung hinter sich gelassen zu haben. Eine seltsame Begegnung.

Jetzt, da ich das niederschreibe, fällt mir eine Bemerkung von Comte de Lautréamont ein: Schön, wie die zufällige Begegnung einer Nähmaschine mit einem Regenschirm auf einem Operationstisch. Wenn schon nicht schön, so doch seltsam.

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