So reich an urbanen Kontexten ist Österreich nicht. Wien: kommt darauf an, Graz: etwas, Salzburg: zeitweise, Linz: —. Wenn so richtige Landeier, gestandene Mannsbilder und gestandene Weibsbilder vom Land wegziehen und in die Stadt kommen, dann nehmen diese gestandenen Leute eher selten städtische Lebensformen an und urbane Lebenskultur, sondern sie versuchen sehr häufig der Stadt und der Umgebung in der sie leben, ihr ländlich geprägtes Selbstverständnis aufzuprägen. Linz hat dem nicht wirklich etwas entgegenzusetzen, da es keine wirklich urbane Kultur gibt, die in der Lage wäre, Landeier zu assimilieren. So bleibt Linz nicht nur Provinz, sondern verdörfelt zunehmend.

Das "jetzt-komm-i" Auftreten, zumeist lautstark, als müsste man sich über Berge hinweg verständigen, obwohl die Kinder oder der Ehepartner keine zwei Meter entfernt stehen, ist meist ein Indiz. Das breitbeinige Sitzen in Öffentlichen Verkehrsmitteln, rüpelhaftes Benehmen, wenn ihnen nicht die Aufmerksamkeit zuteil wird, die sie beanspruchen, lassen Landeier und Möchte-Gern-Städter schnell auffliegen. Die Unfähigkeit, sich so zu verhalten, dass man Nachbarn nicht ignoriert, die Bereitschaft, jederzeit einen unerbittlichen Nachbarschaftskrieg zu beginnen, Anzeigen gegen alle und jeden zu stellen, aufgehübscht mit Gehabe … sie sind vielfach soziale Stolpersteine.

Man merkt doch schnell, dass sie eigentlich nicht in die Stadt gehören, dass ihre Kultur und ihr Selbstverständnis allem Urbanem entgegen stehen, dass ihr Ort doch eher ein einsamer Hof inmitten einer Landschaft ist, weit weg von Nachbarn, die möglicherweise Wert auf soziales, kultiviertes Verhalten legen könnten.

Einzig Junge, die vom Land fliehen, um genau dem zu entkommen, sie nehmen gerne urbane Lebensformen an.

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