Die Nachricht vom Tod Burghart Schmidts am 13. Februar 2022 ruft Begegnungen in Erinnerung. In den 90er Jahren hatten wir einen teils intensiven Austausch. Ich erinnere mich an meine letzte Begegnung mit ihm, die gut zwanzig Jahre zurück liegt.
Wir trafen uns zufällig am Hauptbahnhof in München. Er war auf der Weiterreise nach Offenbach, wo er wenige Jahre zuvor eine Professur erhalten hatte, ich zurück nach Linz. Es dauerte nicht lange und wir beide verloren uns in eine anregenden Unterhaltung, aus der uns zwei Sicherheitsbeamte in Zivil mit der Frage rissen, ob die Koffer, etwa drei Meter von uns entfernt, uns gehörten, was wir bejahten. Wir hatten uns ganz ins Gespräch vertieft und Besucherströmen jeweils ausweichend von ihnen entfernt gehabt. Wir wurden ermahnt, bei unserem Gepäck zu bleiben. Nachdem wir zu unseren Koffern gegangen waren, setzten wir das Gespräch fort, bis wir erneut darauf aufmerksam gemacht wurden, dass wir unser Gepäck gewissermaßen unbeaufsichtigt ließen, denn erneut hatten wir uns davon entfernt. Nicht nur das, ich hatte meinen Zug verpasst und Burghart Schmidt war kurz davor. So war der Abschied kurz, aber mit der gegenseitigen Versicherung, das Gespräch demnächst fortsetzen zu wollen. Dazu kam es nicht und wird es nun wohl auch nicht mehr kommen. Ich habe ihn sehr geschätzt, als Menschen und Philosophen.
R.I.P.
© 2026 von Dr. Conrad Lienhardt
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