Die rasante Landflucht verdrängt Urbanität aus Städten, die zunehmend verdörfeln und provinzielles Leben zeigen. Landeier und Pomeranzen wollen in einer Stadt leben ohne die ländlichen Weltvorstellungen aufzugeben. Hier unterscheiden sich Österreicherinnen nicht von Flüchtlingen und Migrantinen.

Ein Freund, der in Istanbul aufgewachsen ist und das urbane Leben der Stadt immer geschätzt hat, leidet darunter, dass sich seit Jahren durch den Zuzug ostanatolischer Bauern und der Verbreitung ihrer konservativ ländlichen Lebensformen das Leben in der Stadt deutlich verändert habe. Urbanität verschwinde spürbar. Dieser Trend werde durch die Politik Erdogans nur verschärft. Der Zuzug rückständig konservativer Landbevölkerung in urbane, liberale Städte ist eine Art Infektion, die liberalen Widerstand gegen konservative Politik, der sich gerade in Städten konzentriert, zu schwächen versucht.

Dasselbe passiert in unseren Städten. Landflucht Einheimischer und Zuzug von Flüchtlingen und Migranten aus ländlichen Regionen verdörfeln unsere Städte. Dabei sind Städte mit urbanem Leben in Österreich ohnehin rar. Mir fällt eigentlich nur Wien ein. Aber auch Wien ist nur noch ein Schatten seiner selbst.

Am Ende bleiben stark verdichtete Dörfer großen Ausmaßes übrig.

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