Meine Arbeitsprozesse haben sich verändert. Unter dem Ergebniszwang und dem Zeitdiktat blieb ich früher während einer Recherche, einer Studie oder Thesis fokussiert. Auch noch so Interessantes, Anregendes und Faszinierendes, das mir während der Arbeit zufiel, blieb unbeachtet, solange es nichts mit dem Fokus zu tun hatte.
Heute ist das anders. Es gibt weder Zwang noch Diktat mehr, sondern nur noch die Lust, Ideen und Dingen nachzuspüren, auch wenn sie ablenken, auf Nebengleise führen, Umwege sind oder sich gar als Holzwege erweisen. Ich lasse mich bei hoher Konzentration und Gegenwärtigkeit in gewisser Weise treiben von Gedanken, Einsichten, Rätseln, Theorien und Herausforderungen.
Manchmal allerdings verzettle ich mich dabei, was ich meist schnell bemerke, denn Verzetteln schafft ein unbefriedigendes Gefühl, während offen bleiben und neugierig Spuren verfolgen, anregend, erfrischend und lustvoll ist.
© 2026 von Dr. Conrad Lienhardt
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