Es fällt mir auf, dass ich beim Tippen in die Tastatur auffallend häufig charakteristische Tippfehler mache. So tippe ich, wenn ich schnell schreibe, häufiger „Pfelgeheim” statt „Pflegeheim”. Bei genauerem Hinsehen zeigte sich, dass das auch mit anderen Worten passiert, allerdings, wie sich bei sehr genauer Beobachtung zeigte, immer dann, wenn in der Zeichenabfolge der Ringfinger der rechten Hand mit dem Mittelfinger der linken Hand konkurriert. Offenbar dauert die Übertragung des Signals und die Umsetzung für ein „l” um Millisekunden länger als neuronal erwartet und so kommt der neuronale Impuls für das „e” dem „l” zuvor.

Beim Experimentieren zeigt sich, dass die Fehlerhäufigkeit abnimmt, wenn ich langsamer tippe und zunimmt, sobald ich schneller tippe.

Es liegt keine Bewegungseinschränkung vor, wonach dieses Phänomen physiologisch bedingt sein könnte.

Leider spiele ich seit Jahren nicht mehr Klavier. Es wäre interessant zu sehen, ob sich das Phänomen bei einem schnellen Lauf der rechten Hand, beim Einsatz des rechten Ringfingers ebenfalls feststellen ließe. Es wäre zu prüfen, ob die „Verzögerung” speziell den Ringfinger der rechten Hand beträfe und das daher auch bei einhändigem Spielen auffallen würde, oder ob das nur in Verbindung mit einer gleichzeitigen Nutzung der linken Hand bei vergleichbarem Spieltempo auftritt. Ich habe mir vorgenommen, das auszuprobieren und werde mich wieder ans Klavier setzen. Durch die Aufnahmefunktion meines Yamaha Pianos kann ich das auch gut dokumentieren und auswerten. Jedenfalls ist das eine sehr spannende - zumindest für mich - sehr spannende und anregende Beobachtung.

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