Der Krieg gegen die Ukraine (seit 1. Februar 2022) wurde vom russischen Präsidenten Wladimir Wladimirowitsch Putin mit dem Argument der Verletzung der Sicherheitsinteressen Russlands begründet. Die Zusicherungen der westlichen Partner nach dem Zerfall des Warschauer Paktes seien nicht gehalten worden. Dieser Argumentation folgen auch jene, die die westliche Allianz zur Unterstützung der Ukraine aushebeln wollen, in dem sie auf diesen sogenannten Wortbruch hinweisen und davon die Legitimität des Krieges aus Gründen der Selbstverteidigung ableiten.
Die Sicherheitsinteressen Russlands sind durch die "Ost-Erweiterung" von EU und Nato nicht gefährdet. Russland ist die größte Atommacht und zur russischen Staatsdoktrin gehört, dass Atomwaffen eingesetzt werden dürfen, sofern Russland auf dem eigenen Territorium angegriffen wird. Entsprechend werden weder die EU noch die Nato irgendeinen Schritt setzen, der die territoriale Integrität Russlands verletzen könnte. Durch die atomare Abschreckung bleiben die Sicherheitsinteressen Russlands unangetastet und werden nicht infrage gestellt.
Es geht daher nicht um Sicherheitsinteressen im engeren Sinn, sondern um Einflussinteressen.
Putin scheint die Wiederherstellung der territorialen, herrschaftlich-hegemonialen Ausdehnung Russlands auf das Gebiet der ehemaligen Sowjetunion beziehungsweise des Russischen Reiches zu betreiben. Die seit dem Ende des Warschauer Paktes unabhängig gewordenen Staaten, insbesondere die sogenannten Pufferstaaten, sollen wieder enger an Russland gebunden werden, voran die Ukraine, Moldawien, die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Lukaschenko hat bereits, um sich angesichts einer massiven demokratischen Bewegung an der Macht zu halten, Belarus Putin als Vasallenstaat angedient.
Die lebenszeitliche Mission Putins ist der Wahn, in einer weltzeitlichen Dimension Weltgeschichte schreiben zu können und sich so in das Pantheon der größten Herrscher reklamieren zu können.
Siehe ,den Beitrag Hitler und Putin in diesem Blog
© 2026 von Dr. Conrad Lienhardt
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