Vor 15 Jahren: Wie ein Bürgerentscheid den Rannasee rettete

Ein Votum für den Erholungsraum

Erholgungsraum Tourismus Vermarktung

Das am Rannasee geplante Feriendorf spaltete damals die Gemüter in der Gemeinde Wegscheid. Warum das historische Veto gegen die touristische Verwertung bis heute nachwirkt – und warum wir genau jetzt, 15 Jahre später, wieder ganz genau hinsehen müssen. Ein Rückblick auf die Kraft der Mitbestimmung.

Bürger entschieden sich gegen ein Feriendorf

Mit einer klaren Mehrheit entschieden sich im Oktober 2011 die Bürgerinnen und Bürger der Marktgemeinde Wegscheid für den Erhalt des Rannasees als Naherholungsraum und gegen die Verwertung durch ein Feriendorf mit Chalets eines privaten Investors. Man habe damit verhindert, dass eine schöne und beliebte, ursprüngliche Naturlandschaft zerstört wird und ihr typischer Charakter für immer verloren gegangen wäre, gaben die Oberösterreichischen Nachrichten die Stimmung wieder. 1 Die Bürgerinnen und Bürger waren daran interessiert, dass der Rannasee ein beliebtes Ziel für Badegäste, Fischer, Jogger, Spaziergänger und im Winter Eissportfreunde [bleibt]. ebd

Seither hat sich der nordöstliche Teil des Rannasees mit einem Tretbootsverleih, Stand-Up-Paddle Verleih, einem Beach-Volleyballplatz, einem Kinderspielplatz einer 120m langen Rutsche, einem Sandstrand und vielen Angeboten mehr touristisch entwickelt. Die Gastronomie wartet mit warmen & kalten Snacks, Eis & Getränken auf, zu teilweise lauter Musik. Für alle, die Unterhaltung, Ablenkung und Vergnügen suchen bietet dieser Teil des Sees neben Liegeflächen genügend.

Gibt es einen neuen Anlauf für die Verwertung des Rannasees?

In der PNP vom 2. Mai 2026 ist zu lesen, dass der Rannasee touristisch weiter erschlossen werden soll. Wohl um die Bevölkerung frühzeitig einzubinden und um einem erneuten Scheitern bei einem möglichen Bürgerentscheid vorzubeugen, wurde die Bevölkerung zu einem Ideenworkshop eingeladen. Neue Konzepte für die grenzübergreifende Freizeitanlage Rannasee sollen entwickelt werden. Dazu ist ein durch Interreg nichtoffener städtebaulicher Realisierungswettbewerb auf den Weg gebracht worden. 2 Es gehe, so das Ziel, um eine Inwertsetzung des größten Badesees im Bayerischen Wald.

Der Titel der Veranstaltung: Zukunftsentwicklung der Anlage. Ziel des Workshops und wohl des gesamten Projektes sei es, durch die Restrukturierung der Freizeit- und Erholungsflächen die Nutzungsqualität zu steigern und die Außenanlagen nachhaltig zu entwickeln.2 Das klingt fast so, als wolle man einen ganz großen Hebel ansetzen.

Dieser Beitrag wird fortlaufend aktualisiert, sobald neue Informationen, Fakten und Hintergründe vorliegen.

Erstellt am: 3.6.2026

  1. OÖN (2011.): „Bürgerentscheid in Wegscheid: Badedorf am Rannasee abgelehnt.“ In: nachrichten.at, Online im Internet: URL: https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/muehlviertel/Buergerentscheid-in-Wegscheid-Badedorf-am-Rannasee-abgelehnt;art69,744935 (Zugriff am: 03.06.2026). 

  2. PNP (2026): „Bei einem öffentlichen Workshop werden neue Ideen gesucht für den Rannasee.“ In: PNP.de, 26. April 2026. Online im Internet: URL: https://www.pnp.de/lokales/landkreis-passau/bei-einem-oeffentlichen-workshop-werden-neue-ideen-gesucht-fuer-den-rannasee-21010297 (Zugriff am: 03.06.2026). 

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