Sudelbuch

Es fällt mir auf, dass ich beim Tippen in die Tastatur auffallend häufig charakteristische Tippfehler mache. So tippe ich, wenn ich schnell schreibe, häufiger „Pfelgeheim” statt „Pflegeheim”. Bei genauerem Hinsehen zeigte sich, dass das auch mit anderen Worten passiert, allerdings, wie sich bei sehr...

Traumnotiz. Ein heller Raum mit einer Tür. Hinter der Tür war es schwarz. Zunächst dachte ich, es wäre ein dunkler, finsterer Raum. Doch mich irritierte, dass dieser Raum keinen Klang, keine noch so stille Resonanz hatte. Wenn ich in Räume komme, selbst bei geschlossenen Augen, lassen sich für mich...

Aus Sicherheitsgründen schlage ich mich mit einer große Zahl an durchaus längeren Passwörtern herum, kaum eines, das ich für zwei unterschiedliche Zugänge gemeinsam nutze. Natürlich bediene ich mich entsprechender Tools, um diese zu verwalten und es gibt selbstverständlich auch einen Ausdruck. Was a...

Ich habe ein sehr gutes Episodengedächtnis, sehr detailliert. Wenn ich mich beispielsweise an einen Raum erinnere, in dem ich gelebt habe oder wo ich zu tun hatte, dann kann ich mich darin bewegen und nicht selten sind es fast fotographische Bilder, etwas seltener akustische und olfaktorische Eindrü...

Als berührten sich Zeiten. Warum in den letzten Jahren Philosophie wieder populär wurde und Philosophen allenthalben aus dem Boden schießen wie Champignons aus einem Mistbeet, könnte eine vor 200 Jahren von Georg Wilhelm Friedrich Hegel in einer Streitschrift gegen Reinhold, der sogenannten Differe...

Manchmal frage ich mich, wer bei mir Regie führt. Ich wollte zu einem Foto in einem Tweet eigentlich schreiben: „Es war ein wunderschöner Tag und ich habe es genossen, im Wasserwald in Linz spazieren zu gehen. Diesen Leberblümchen Blumenteppich musste ich fotografieren.” Stattdessen schrieb ich von...

Als ich meine Gedanken im Beitrag Was Astor Piazzola mit Satin zu tun hat niederschrieb und veröffentlichte, hatte eine erstaunliche Transformation stattgefunden. Nach einigen Stunden, in welchen ich Musik von Astor Piazzola gehört und mir eine sehenswerte Dokumentation zu seinem Leben und seiner...

Die Musik von Astor Piazzola begleitet mich seit meinen Studienzeiten Anfang der Achtziger Jahre. Als ich kürzlich „Los Pajaros Perdidos” hörte, eine Aufnahme von Milva und Piazzola, schon nach den ersten Takten, spülte mich dies in eine intensive Körpererinnerung. Das Gefühl, in einem Bett mit Sa...

Die Gefahr einen Ansteckung mit Sars-CoV2, also Covid oder Corona ist zweifellos gegeben, trotz aller Umsicht und Vorsicht. Rational betrachtet ist die Gefahr eines tödlichen Verlaufs allerdings gering, in meinem Fall wohl nicht höher, als bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen. Davor habe ich...

„Von Grün auf Blau schlagen” ist nicht dasselbe wie „grün und blau schlagen” — Ein bemerkenswerter kleiner, aber beachtlicher Unterschied. →

Jemanden „grün und blau schlagen” ist ein bildhafter Ausdruck dafür, jemanden so zu verprügeln, dass Blutergüsse, also Hämatome zuerst blaue, dann grüne sic...

Geradezu kafkaesk mutet so manche Kapriole österreichischer Bürokratie und Verfahrensprozedur an. Die CRIF GmbH hatte Adressen einer Privatperson im Zuge ihres Adresshandels an Unternehmen verkauft, obwohl dies wegen einer Eintragung in der so genannten Robinson-Liste unzulässig und rechtswidrig war...

Gestern Nacht
bin ich zum ersten Mal
Lilith begegnet;
kein Zweifel
ihr Flug, das schwarze lange Haar
Lilith


Conrad Lienhardt

So reich an urbanen Kontexten ist Österreich nicht. Wien: kommt darauf an, Graz: etwas, Salzburg: zeitweise, Linz: —. Wenn so richtige Landeier, gestandene Mannsbilder und gestandene Weibsbilder vom Land wegziehen und in die Stadt kommen, dann nehmen diese gestandenen Leute eher selten städtische Le...

Ein durchdringendes Gekreische machte mich aufmerksam. Ich sah, wie eine Krähe in einen Lorbeerbusch flog. Der Lärm nahm zu. Dann flog die Krähe mit einem Amseljungen im Schnabel heraus und begann am Boden das Junge zu zerpflücken und zu fressen. Die Amseln flogen um die Krähe herum, versuchten sie...

Nietzsche meinte sein „Gott ist tot” nicht onthologisch im Sinne eines „Gott existiert nicht”. Denn dass Gott nicht „existiert” war bekannt. Nietzsches Perspektive ist die der Gottes- und letztlich der Seinsverlassenheit des Menschen.